Mondblindheit (ERU)

Was ist Mondblindheit?

Die Mondblindheit (wissenschaftlich:
Equine rezidivierende Uveitis oder ERU) ist eine entzündliche Erkrankung der
mittleren Augenhaut bei Pferden. Sie kann bei einem oder auch bei beiden Augen
vorkommen und tritt immer wieder in Intervallen oder chronisch schleichend auf.
Die Krankheit ist zwar leider nicht heilbar. Bei schneller und guter Behandlung
kann eine Blindheit jedoch noch relativ lange hinausgezögert werden.

Symptome:

Sobald dein Pferd:

–          Lichtscheu ist

–          Vermehrten Tränenfluss zeigt

–          Eine gerötete Bindehaut hat

–          Geschwollene und/oder warme Augenlider hat

–          Rauchig-flockige Trübungen in der Augenhornhaut aufweist

–          Die Pupillen engstellt

Ist absolute Vorsicht geboten.
Diese Symptome können unterschiedlich schwer ausgeprägt sein, was aber leider nichts über die Schwere der Erkrankung aussagt.
Oft sind diese Symptome auch mit Schmerzen verbunden, können jedoch auch komplett schmerzfrei ausfallen. Hier wird die ERU erst bemerkt wird, wenn bereits eine starke Sehschwäche vorherrscht. 

Verlauf von Mondblindheit:

Allgemein wird bei ERU die Uvea (mittlere Augenhaut) befallen. Dieser Teil des Auges teilt sich auf in die Iris (Regenbogenhaut), den Ziliarkörper und die Aderhaut. 

Den Krankheitsverlauf von Mondblindheit kann man in drei Phasen aufteilen.
In der ersten Phase gibt es einen gibt es einen akuten Entzündungsschub mit einsetzenden Symptomen. Die Anzeichen können hier unterschiedlich schnell auftreten. Bei entsprechender Behandlung ist diese Phase aber schon nach wenigen Tagen bis zwei Wochen überwunden.
Danach kommt es zu einem entzündungsfreien Intervall, während dem aber immer noch Symptome sichtbar sein können. Dieses entzündungsfreie Intervall wechselt sich immer wieder mit Entzündungsschüben ab, die eine Woche bis mehrere Jahre dauern können und wird mit Fortschreiten der Krankheit immer kürzer.
!Achtung! Bei Nichtbehandlung der Krankheit verkleinert sich das entzündungsfreie Zeitfenster drastisch schneller.
Die dritte Phase ist dann das Erblinden, das je nach Behandlung und Schwere schon nach einem halben Jahr passieren kann, sich aber auch auf bis zu neun Jahre verzögern lässt und bei einigen wenigen sogar komplett ausblieb.
In vielen Fällen bleibt die Krankheit bei einem Auge, bei ca. 35% wird aber auch das zweite Auge angegriffen.

Was soll ich tun wenn mein Pferd Symptome aufweist?

Wie immer solltest du auch hier als erstes deinen Tierarzt informieren und dich mit Ihm/Ihr beraten.

Wenn du Glück hast und es sich um eine leptospirenbedingte (bestimmte Bakterienart) ERU handelt, besteht bei früher Behandlung noch eine Heilungschance.
Hier wird der Tierarzt die Bakterien aus dem Auge entfernen und es wird wahrscheinlich zu keinen weiteren Entzündungsschüben oder Schmerzen kommen.

Ansonsten wird dein Tierarzt versuchen die Entzündungsschübe mithilfe von Antibiotika und Medikamenten, die die Pupille weiten können zu behandeln und abzuschwächen.
Zusätzlich wird er/sie versuchen möglichst viele Ablagerungen der Entzündung im Glaskörper zu entfernen.

Was mache ich wenn mein Pferd an ERU erkrankt ist?

Auch du kannst eine Menge machen, um den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen.
Da ERU vor allem über Mäuse und Rattenkot übertragen wird, solltest du stark darauf achten, dass dein Futter nicht durch diese Nager kontaminiert ist. Dementsprechend gehört auch zur Vorbeugung und Verbesserung der Krankheit eine konsequente Nagetierbekämpfung.
Ebenfalls zur Vorbeugung, aber auch zur Verbesserung gehören regelmäßige Entwurmungen und Impfungen.
Wenn dein Pferd schon erkrankt ist solltest du auch auf eine Reduzierung der Sonneneinstrahlung achten und deinem Pferd eine UV-beständige Fliegenschutzmaske besorgen.

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Welches Thema sollen wir als nächstes behandeln?

Sämtliche hier genannten Fakten sind nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert. Für eine Richtigkeit und Vollständigkeit wird keinerlei Haftung und Gewährleistung übernommen. Dieser Artikel dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine ärztliche Behandlung. Im Zweifel ist ein Tierarzt zu kontaktieren.

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